Dresden am 13.02.2010 : Nazis blockiert!

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Am 13. Februar 2010 blockieren Teilnehmer_Innen des Aktionsbündnisses „Dresden nazifrei!“ und „No Pasaran!“ ganz ruhig ein paar Straßenzüge in Dresden. Die Polizei und die Stadt Dresden hatte schon im Vorfeld versucht die linken Demonstrant_Innen und Teilnehmer_Innen einer friedlichen Blockade zu kriminalisieren. Nur liegen sie da völlig falsch das es sich bei einem Sitzen auf der Straße jediglich um eine Ordnugngswiedrigkeit handelt und es in diesem Zusammenhang keine Strafttat gibt.

Das größte Prolem der Polizei liegt wie immer darin das sie durch ihre hierachischen Strukturen und langen Befehlsketten keine Ahnung haben, was eigentlich los und ist und viel zu schnell den Überblick verlieren. Das mündet dann in einem Antrag für polizeiliche Maßnahmen, was nett klingt heißt unter Umständen Knüppel raus.

Die große Frage besteht darin warum auf friedliche Blockadeteilnehmer_Innen einprügeln. Natürlich wird das alles dementiert und gerechtfertig werden, die Bilder sprechen am Schluss natürlich für sich. Fragwürdig ist auch die Erscheinung von Bullen mit MP und CS- Werfern auf der Katharinenstraßen und Ecke Königbrücker Straße in der Äußeren Neusadt von Dresden. Was will die Polizei damit bezwecken, den Menschen faschistoid klar machen, das wenn sie gegen Nazis demonstrieren und blockieren wollen mit MP´s und CS- Werfen, Gummigeschossen und Holzgeschossen zu rechnen haben.

Willkommen im Polizeistaat. Die Oberbürgermeisterin und die gesamte Stadt so wie einige der sogenannten Parteivorsitzenden von FDP und CDU, sollten sich schon mal eine gute Erklärung einfallen lassen. Die Rechtfertigung dafür, das durch die Gummigeschosse und Holzgeschosse aus kruzer Distanz der Tod herbeigeführt werden kann, nachweislich. Die einzige Erklärung die dazu im Moment gefunden werden kann, ist das die einzige wirkliche Gewalt gegen Menschen nur und einzig und allein nur von Bullen und Nazis ausgeht oder vielleicht nimmt sich das schon gar nicht mehr so viel.

Gute Nachrichten gibt es hingegen, die Nazis saßen fest. Den gesamten Tag lang standen sie im selbst gewählten Freiluftgewahrsam am Neustädter Bahnhof und schauten noch dümmer aus der Wäsche als sonst. Als es ihnen langweilig wurde haben sie die Bullen mit Flaschen, Schnee und Eis beworfen. Von Seiten der Polizei gab es hingegen, bei den Ausschreitungen der Rechten am Bahnhof Neustadt kein so hartes vorgehen, wie gegen die Linken und ihren Blockaden.

Ein solches Vorgehen ist mehr als selbsterklärend. Die Menschen die für eine freies, antifaschistisches Leben ohne Nazis und Trauermärsche & revisionistische Mythen stehen, die sich für freie Meinungsäußerung und für eine Stadt ohne braunen Anstrich und mit antifaschistischen Gedanken einsetzen, werden von der mitte- rechts oder eher rechts Oberbürgermeister_In Orsoz, verurteilt, verprügelt, kriminalisiert und angeklagt.

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Heute wurde nach vielen Jahren erstmals der inzwischen europaweit größte Aufmarsch von Neonazis in Dresden durch ein Bündnis vieler linker Organisationen und Parteien verhindert. Gesellschaftlich weniger Akzeptierte bis hin zu wehr.di-Plakaten der Gewerkschaft Ver.di.

40 1/2 Jahre zuvor wurde ich in Dresden geboren. 1969. Wenige Jahre drauf begleitete ich regelmäßig meine Mutter mit dem Kinderfahrrad auf dem Einkaufsweg zum Konsum und der HO über den „Platz der Einheit“, der nach der Wende wieder zum „Albertplatz“ umbenannt wurde. Genau über die Querung der Kreuzung am ersten Hochhaus der Welt in Betonbauweise, wo heute diese Aufnahme entstand. Als heute eine ungeheure Menge von Demonstranten auf einer nicht genehmigten Blockade verhinderten, dass Neonazis zum wiederholten Male den Gedenktag über die Folgen des zweiten Weltkrieges am Beispiel der Zerbombung Dresdens nutzen, um auf sich aufmerksam zu machen.

Für mich war die Teilnahme eine ausgesprochene Genugtuung für meine eigene Vergangenheit.

Ich war vorher schon einmal an Demonstrationen in Dresden beteiligt. 1989 zur Wende auf der „Gegenseite“.

Wenn man 1969 in der DDR geboren wurde und später studieren wollte, fiel die Einberufung zum Grundwehrdienst auf den Herbst 1988. Nichts-ahnend trat ich den Dienst an, um meine soziale Zukunft nicht vollständig zu gefährden. Zugewiesen wurde ich der Bereitschaftspolizei in Dresden, meiner Heimatstadt. Es war Zufall, aber rein praktisch hatte das den Vorteil, dass ich meine Freundin einmal die Woche besuchen durfte. Und sie mich faktisch an jedem Tag, an dem wir wollten.

Anfang September 1989 wurden einige meiner „Kollegen“ in den Reihen der Bereitschaftspolizei (wir waren ausnahmslos Grundwehrdienstleistende) zu einer Reise in Richtung Cottbus abkommandiert, wo sie Räumschilde für die LKWs der Polizei herstellen sollten. Es war die Zeit, als meine Freundin aus Ungarn vom Urlaub wieder kam, viele Ostdeutsche jedoch diesen Urlaub nutzten, um über die grüne Grenze gen Westen zu entkommen.

Einen Monat später wurden wir auf den Hauptbahnhof geschickt und auf die Straße gestellt. Ich war mittendrin im Geschehen. Ich kann heute rückblickend feststellen, wie das Geschichtsbild Jahre danach immer und immer wieder verfälscht wurde, wenn es um diese Tage in Dresden ging. Ich habe die Mütter mit Ihren Kindern (teils in Kinderwagen) auf den Gleisen des Dresdner Hauptbahnhofes gesehen, die Ihre Ausreise erzwingen wollten. Ich habe gesehen, wie sie relativ friedfertig auf Kommando von meinen „Kollegen“ der Bereitschaftspolizei von den Gleisen gedrängt wurden. Ich habe gesehen, dass sich letztlich das Klientel am Hauptbahnhof in Dresden stündlich verändert hat. Dass nicht die Ausreisewilligen, sonder gewaltbereite Jugendliche sich versammelten. Teils mit Motorradhelmen ausgerüstet. Ich habe einiges Mehr gesehen. Bis hin zu Blut.

Und ich habe gespürt, wie sich die Situation am 8.10.1989 gewandelt hat. Auf Grund von intelligenten Dresdner, die sich in der Gruppe der 20 faktisch spontan zusammen gefunden haben. Eine Gruppe, aus der der erste Dresdner Oberbürgermeister nach der Wende hervorgegangen ist. Eine Gruppe, die auch von den gleichzeitigen Erfolgen in Leipzig getrieben, den Umbruch in Ostdeutschland erreicht haben.

Warum ich das schreibe? Heute? Weil ich heute das erste Mal wieder auf der Straße gestanden habe. Weil ich die Polizisten in den Reihen glaube besser zu verstehen, als manch Anderer. Weil ich nicht möchte, dass der Stress meiner damaligen Beteiligung als Bereitschaftspolizist am Ende umsonst war. Wir haben, und dass kann ich für die, die 1989 auf der Seite der DDR-Regierung zwangsweise stehen mussten, mit recht sagen, denn wir rumorten, bis der Politoffizier die Fassung verlor,… Wir haben nicht umsonst ausgehalten, wir haben nicht umsonst aus der Situation gelernt, wenn wir auch heute nicht umsonst gegen antidemokratische Kräfte in Form der Nationalsozialistischen Strömung so weit vorgegangen sind, dass

die europaweit größte nationalsozialistische Demonstration in meiner Heimatstadt und auf den direkten Schauplätzen meiner Kindheit verhindert wurde. Dafür danke ich den Dresdner, den Studenten die in der Wissenschafts- und Kulturstadt ein zeitweiliges Zuhause gefunden haben und mitdemonstrierten und denen, die aus anderen Regionen extra angereist waren. Dresden lebt schon lange nicht mehr im Barock. Wir leben im Jetzt. Aber wir leben das Jetzt in einer Form, die alle sozialen Schichten und Minderheiten schätzt und alle die missachtet, die in Eigennutz diese globale Sicht auf die Welt und auf uns zerstören möchten.

http://www.n-tv.de/mediathek/videos/politik/Tausende-gegen-Nazi-Aufmarsch-article727069.html

(Text1/Text2/Bilder: http://de.indymedia.org/2010/02/273167.shtml/http://de.indymedia.org/2010/02/273209.shtml/http://de.indymedia.org/2010/02/273211.shtml)

Nachtrag: „Erik and Sons“ – Onlineshop gehackt!

Aus der Datenpanne von Thor Steinar möchten wir auf den Hack von Eric & Sons hnweisen.

Die Da­ten­an­ti­fa hat den of­fi­zi­el­len On­line-​Shop der Neo­na­zi­mar­ke „Erik and Sons“ ge­hackt. Auf ver­schie­de­nen Fi­lehos­tern sind nun für alle In­ter­es­sier­ten die Daten der rech­ten Kun­den die­ses men­schen­ver­ach­ten­den La­dens ein­zu­se­hen. Auf der frü­he­ren Web­site von „Erik and sons“ wurde eine Bot­schaft hin­ter­las­sen:

http://de.indymedia.org/2009/02/242765.shtml
http://aargb.blogsport.de/2009/02/26/erik-and-sons-onlineshop-gehackt/

„thorsteinar.de“ gehackt – 54.400 Datensätze online

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Der 26. Kongress des Chaos Computer Clubs (CCC) knackte vor kurzem die Kundenbank des Onlineversandshops „thorsteinar.de“, wobei über 54.400 Einträgen veröffentlicht wurden. Die bei Neonazis beliebte Marke „Thor Steinar“ ist nun neben der unbekannteren Nazimarke „Eric & Sons“ der 2.Onlineshop, welcher gehackt wurde und bei dem die Kundendaten veröffentlicht wurden.

Der Chaos Computer Club veranstaltet jährlich einen Kongress,welcher über mehrere Tage statt findet. Auf der Internetseite http://events.ccc.de/ steht dazu zitiert:

Der Kongress bietet Vorträge und Workshops zu einer Vielzahl von Themen und zieht ein bunt gemischtes Publikum von Tausenden von Hackern, Wissenschaftler, Künstler, und Utopisten aus aller Welt an.

Im letzten Jahr wurden auch wieder politisch rechte Internetseiten gehackt. Ein beliebtes Ziel waren die Seiten der NPD und deren Ortsverbände.
Dieser Hack auf „thorsteinar.de“ bietet nun Daten, u. A. von Kunden und Umsatzbilanzen des Unternehmens, an. Bemerkenswert war es mit eigenen Augen zu sehen, dass „Thor Steinar“ im Jahr 2007 ein Umsatz von 1.807.215,93 Euro und im Jahr 2008 ein Umsatz von 1.265.397,58 Euro erwirtschaftet hat.

Für weitere Informationen und die Datenbanken besucht bitte folgende Links:

* weitere Intenetseiten gehackt – http://de.indymedia.org/2009/12/269982.shtml

Datenbank Download – gefunden bei http://events.ccc.de/congress/2009/wiki/Hacked/thorsteinar.de

* Torrent
* Rapidshare.DE
* Rapidshare.COM
* SpeedyShare
* MegaUpload
* Uploaded.to

>>>weitere Infos: http://events.ccc.de/congress/2009/wiki/Hacked/thorsteinar.de< <<

* Auch sehenswert: http://de.indymedia.org/2009/12/269972.shtml

(aargb.blogsport.de)

Naziaufmarsch am 13. Februar 2010 in Dresden verhindern

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Am Ort der Geschichte. Entschlossen entgegenstellen – gemeinsam blockieren! Wir rufen alle Antifaschistinnen und Antifaschisten dazu auf, am 13. Februar 2010 dem Naziaufmarsch in Dresden entschlossen entgegenzutreten und ihn gemeinsam zu blockieren! In dem bundesweiten Bündnis No pasarán! haben sich verschiedene linke und antifaschistische Gruppen zusammengeschlossen, um dem jährlich stattfindenden Nazigroßaufmarsch endlich ein Ende zu bereiten.


Am Ort der Geschichte
Entschlossen entgegenstellen – gemeinsam blockieren!

Wir rufen alle Antifaschistinnen und Antifaschisten dazu auf, am 13. Februar dem Naziaufmarsch in Dresden entschlossen entgegenzutreten und ihn gemeinsam zu blockieren!

In dem bundesweiten Bündnis No pasarán! haben sich verschiedene linke und antifaschistische Gruppen zusammengeschlossen, um dem jährlich stattfindenden Nazigroßaufmarsch endlich ein Ende zu bereiten.

Seit der Jahrtausendwende marschieren Alt- und Neonazis zum Jahrestag der Bombardierung Dresdens im Zweiten Weltkrieg durch die Stadt. In den letzten Jahren hat sich der Aufmarsch zur größten regelmäßigen Neonaziveranstaltung Europas entwickelt. Bei dem Aufmarsch der NPD und der Jungen Landsmannschaft Ostdeutschland (JLO) finden sich alljährlich die verschiedenen Spektren der extremen Rechten zusammen, internationale Delegationen geben ihm eine über Deutschland hinaus gehende Bedeutung. In der gemeinsam zelebrierten Trauer verschwinden für einen Tag alle szeneinternen Streitigkeiten.

Bei dem Aufmarsch geht es den Neonazis nicht etwa um Repräsentanten des NS-Regimes oder um die Toten von Wehrmacht und Waffen-SS, sondern um ein konstruiertes Kollektiv unschuldiger deutscher Opfer. Der Bezug auf den Nationalsozialismus verläuft dadurch mehr oder weniger indirekt: Der Angriff auf Dresden sei ein Angriff auf das „deutsche Volk“ gewesen und damit gleichzeitig auf das „wahre Deutschland“, welches wiederum gleichbedeutend ist mit dem Nationalsozialismus. Im gedachten nationalsozialistischen Kollektiv von damals bis heute werden die Toten für die Neonazis zu „ihren“ Toten, sie werden zu Stellvertreterinnen und Stellvertretern des nationalsozialistischen Systems. In ihnen sehen Neonazis das Subjekt ihrer Trauer um das zerschlagene „Dritte Reich“.

Gleichzeitig gelingt mit dem Bezug auf die Bombardierung eine Feindkonstruktion nach Außen. Die Alliierten werden dargestellt als verbrecherische Siegermächte, die zum einen den Nationalsozialismus heimtückisch zu Fall gebracht hätten und zum anderen daran anschließend Deutschland das „BRD-Lügensystem“ oktroyiert hätten. Dadurch erhält der Mythos Dresden aus neonazistischer Sicht eine ungebrochene Aktualität.

Genau deshalb reicht es nicht, einfach den Kopf zu schütteln über die „ewig Gestrigen“. Der Bezug auf die Vergangenheit ist aktuell politisch relevant und wichtig für die Identitätsbildung der Nazis. Umso wichtiger, ihnen am 13. Februar einen Strich durch die Rechnung zu machen!

Alte Mythen, neuer Aufguss

Als Mythos hält sich die Geschichte von der Bombardierung Dresdens hartnäckig. Obgleich er im Laufe der Jahre verschiedene Wandlungen durchgemacht hat, war seine jeweilige Deutung stets eine politische. So diente die Bombardierung teilweise auch im bürgerlichen Lager der Relativierung der deutschen Kriegsschuld und dem Aufbau eines deutschen Opferbildes.

Kern des Mythos ist die Legende von der „unschuldigen“, „einzigartigen“ Stadt, die „aus heiterem Himmel“ Opfer einer „einzigartigen“ Katastrophe durch alliierte Bomber wurde. In den letzten Jahren wurde der Mythos des „alten Dresdens“ als einzigartige Kulturstadt jedoch zur Marke Dresden umgebaut. Um das neue „Elbflorenz“ für TouristInnen und StadtvermarkterInnen attraktiver zu gestalten, wurde dem Image ein neues Element hinzugefügt. Neben dem Bild des Mythos vom alten Dresden trat nun der Wiederaufbau der Frauenkirche und damit die Inszenierung der Versöhnung.

Auch wenn sich der Umgang mit der Bombardierung in den letzten Jahren verändert hat: Es ist kein Zufall, dass Neonazis jedes Jahr ausgerechnet in Dresden aufmarschieren. Dresden war nicht die einzige Stadt, die von Luftangriffen betroffen war. Doch hier können Neonazis in besonderer Art und Weise politischen Profit aus dem seit Jahrzehnten gewachsenen internationalen Symbol und den darin gepflegten Mythen ziehen.

Über die Normalisierung nach Innen …

Nach der sogenannten Wiedervereinigung verstärkte sich die Suche nach vermeintlicher Normalität, zu der auch die Wiederentdeckung als Opfer der Geschichte gehörte. Bücher wie „Der Brand“ oder „Im Krebsgang“ prägten einen gesellschaftlichen Diskurs, der in Guido Knopps Fernsehdokumentationen über das „Leid der Deutschen“ seine breitenwirksame Inszenierung fand.

Heute geht es in geschichtspolitischen Debatten vornehmlich um eine zeitgemäßere Interpretation der deutschen Vergangenheit. Dabei wird die deutsche Schuld sehr wohl eingeräumt, gleichzeitig jedoch auf eine gesamteuropäische Verantwortung verwiesen. In einem europäischen Jahrhundert von Krieg, Gewaltherrschaft und Vertreibung gehe es darum, die Vergangenheit gemeinsam zu bewältigen. Initiativen wie das „Zentrum gegen Vertreibungen“ versuchen uns weiszumachen, dass in Leid und Schmerz schließlich alle gleich seien. Die Erkenntnis, dass alles irgendwie ganz schlimm war, vernachlässigt die politisch-historischen Zusammenhänge und dient einem geschichtspolitischen Normalisierungsprozess, in dem die besondere historische Rolle Deutschlands verwischt wird. Das Besondere des Nationalsozialismus und der Shoa verschwindet in einem sogenannten Europa der Diktaturen.

… über den Extremismus …

Was geschichtspolitisch in der Gleichsetzung von Nationalsozialismus und Sozialismus verhandelt wird, findet seine Parallele in der aktuellen Extremismuskonzeption. So sollen die seit 2001 vom Bund geförderten Programme gegen Rechtsextremismus laut schwarz-gelbem Koalitionsvertrag in „Extremismusbekämpfungsprogramme“ umgewandelt werden. Bekämpft werden soll demnach sowohl rechter als auch linker „Extremismus“. Aussteigerprogramme bezüglich Rechtsextremismus sollen zu „Aussteigerprogrammen Extremismus“ werden, der Fonds für Opfer rechtsextremer Gewalt zu einem Fond für Opfer des Extremismus. Es ist eine absolute Frechheit und entbehrt jeglicher Grundlage, Linke, die tagtäglich gegen Rassismus und Neonazismus kämpfen, mit Neonazis auf eine Stufe zu stellen!

Auch in Bezug auf den Naziaufmarsch im Februar fällt der offiziellen Seite nichts Besseres ein, als die Totalitarismuskeule zu schwingen: In einem Entwurf für das neue sächsische Versammlungsgesetz geht es CDU und FDP darum, „Extremisten in Sachsen deutliche Grenzen zu setzen“. Geht es nach ihnen, sollen solche Versammlungen verboten werden können, die sich auf die „nationalsozialistische oder kommunistische Gewaltherrschaft“ beziehen.

Wir lassen uns von solchen Drohungen nicht einschüchtern. Wir werden uns weiterhin Neonazis in den Weg stellen, sei es in Dresden oder anderswo. Wir werden auch weiterhin linke Gesellschaftskritik üben. Und wir werden weiterhin sagen, dass hier gewaltig etwas schief läuft!

… hin zur Normalisierung nach Außen?

Nie wieder Krieg, nie wieder Faschismus – diese Konsequenz von AntifaschistInnen aus der deutschen Vergangenheit erhält mit Blick auf die bundesdeutsche Realität einen besonders bitteren Beigeschmack. Seit über zehn Jahren kämpfen deutsche Soldaten nun schon wieder im Ausland für deutsche Interessen. Nach anfänglichen Verschleierungsversuchen mit dem Reden von „humanitären Einsätzen“, hat man sich in Jargon und Habitus angepasst: Es gibt sie wieder, die „gefallenen Soldaten“, Tapferkeitsmedaillen werden verliehen und Ehrenmäler errichtet. Deutschland führt wieder Krieg. PolitikerInnen von den Grünen bis zur CDU sagen ja zum Krieg in Afghanistan. Von der „Verteidigung deutscher Werte“ bis hin zum „…gerade wegen Auschwitz“ zeigen sich die Begründungen hierfür besonders facettenreich.

Nie wieder Krieg, nie wieder Faschismus – daran hat sich für uns bis heute nichts geändert. Es ist blanker Hohn, dass der „Kampf für das Menschenrecht“ ausgerechnet mit der deutschen Vergangenheit gerechtfertigt wird. Die Lehre aus dem Nationalsozialismus kann und darf nur sein: Wir müssen alles dafür tun, dass Deutschland nie wieder Krieg führt!

Die Vernichtung des Nazismus mit seinen Wurzeln ist unsere Losung.
Der Aufbau einer neuen Welt des Friedens und der Freiheit ist unser Ziel

Auch 65 Jahre nach Kriegsende hat der Schwur der Überlebenden von Buchenwald für uns nichts an Richtigkeit verloren. Genau deshalb müssen wir den Nazis auch am 13. Februar in Dresden in aller Entschlossenheit entgegentreten. Unser Gedenken richtet sich jedoch nicht auf den 13. Februar. Die Bombardierung deutscher Städte durch die Alliierten war Folge von nationalsozialistischer Gewaltherrschaft und deutschem Vernichtungskrieg. Deswegen gedenken wir zum Beispiel am 27. Januar, dem Tag der Befreiung von Auschwitz, der Opfer des Nationalsozialismus. Darüber hinaus jährt sich am 8. Mai 2010 die Befreiung vom Nationalsozialismus zum 65. Mal. Diese Daten sind mehr als bloße historische Ereignisse. Hier besteht eine der letzten Möglichkeiten, mit Überlebenden des Nationalsozialismus, mit aktiven GegnerInnen und WiderstandskämpferInnen zusammenzukommen. Der Kampf gegen den Faschismus ist nicht abgewickelt, der Nationalsozialismus nicht zu Ende aufgearbeitet, als dass die Lehre aus der Vergangenheit nun einem neuen deutschen Selbstbewusstsein dienen könne. Die Verantwortung gegenüber den Opfern des Nationalsozialismus mahnt uns zum Widerstand gegen Rassismus, Antisemitismus, Nationalismus und Militarismus.

Wir wissen, dass wir rechte Propaganda nur stoppen können, wenn wir eine die gesamte Gesellschaft durchdringende, offene Auseinandersetzung über die zu Grunde liegenden Werte und Ideologien führen. Wir wissen aber auch, dass wir uns erfolgreich den Nazis entgegenstellen können, wenn wir dies gemeinsam tun.

Gemeinsam blockieren!

In den vergangenen Jahren hat es immer Proteste gegen den Naziaufmarsch in Dresden gegeben. Trotzdem konnte es bislang nicht gelingen, dem Naziaufmarsch wirksam etwas entgegen zu setzen. Im letzten Jahr beteiligten sich 4000 AntifaschistInnen an einer Demonstration unter dem Motto „No pasarán!“. Doch auch hier zeigte sich, dass Polizei und Ordnungsbehörde alles daran setzen, linken antifaschistischen Protest zu verhindern und abzudrängen.

Dem setzen wir 2010 unseren vielfältigen Widerstand entgegen. Es ist gerade eine solche Vielfalt an Aktionsformen – nicht gegen-, sondern miteinander –, die gegen den Aufmarsch etwas ausrichten kann. Dafür brauchen wir ein starkes breites Bündnis all derer, die mit uns zusammen den Naziaufmarsch in Dresden blockieren!

* Dem Naziaufmarsch am 13. Februar 2010
* Entschlossen entgegentreten – Gemeinsam blockieren!
* No pasarán – sie kommen nicht durch!

Info: www.no-pasaran.mobi

Antifa RGB´s Aktion Time!

antifa-rgb.tk

Demo gegen Thor Steinar

Am 30.05. demonstrierten zum dritten Mal mehr als 800 Personen unter der Kampagne „Schöner leben ohne Naziläden“. Das diesmalige Motto: “4/4 gegen 88 – Nazis wegbassen”

Am 30.05. eröffnete der Laden „Waffen-Army-Shoes“ nach einem Umzug in eine der bestgelegenen Einkaufpassagen der Stadt Chemnitz neu. Das Angebot ist klar auf rechtes Klientel ausgerichtet. Schon alleine das Ladenschild wirbt nicht nur mit Waffen-Army-Shoes, sondern gleich daneben prangt das Thor Steinar Symbol – ganz nach der Art „Hier bin ich Nazi – hier darf ich sein“.
(mehr…)

Auch Chemnitz hat ein „Thor Steinar“-Problem

Der Laden “Waffen-Army-Shoes” zieht von der Theaterstraße auf die Straße der Nationen um. Am 30.5. öffnet der Laden dann seine Türen. Dabei zeigt sich schon im Vorfeld auf welche Kundschaft es primär abgesehen wird, auf Nazis.

Das Reklameschild davor bildet das “Thor Steinar”-Symbol ab und daneben ist die Aufschrift “Waffen-Army-Shoes” zu lesen. Spätestens jetzt müssten die Menschen, die in diesen Laden immernoch einkaufen – ist ja “politische neutral” – mitbekommen haben, dass dort nicht nur Kleidung und ähnliches verkauft wird, sondern auch einer menschenfeindlichen Ideologie Vorschub geleistet wird. Der Umstand das auch “die linke Seite” bedient wird, macht die Situation damit noch schlimmer. Es kann bei dem Verkauf von Nazimarken nicht darum gehen, welches Sortiment zusätzlich noch angeboten wird, sondern die Tatsache das Marken wie “Thor Steinar” angeboten werden, macht sie mitschuldig an der Verbreitung des Gedankengutes der Nazis.
Aus diesem Anlass wird am 30.5. eine Demonstration unter dem Motto “4/4 gegen 88 – Schöner Leben ohne Naziläden Part III” stattfinden.

Quelle: Offenes Antifa-Plenum Chemnitz

Freie Presse, 29.4.2008

Geschäft an der Straße der Nationen wirbt mit umstrittener Modemarke “Thor Steinar”

In der Straße der Nationen 46 zieht nach jahrelangem Leerstand endlich wieder ein Mieter ein. Doch der neue Laden, der am 30. Mai zwischen vietnamesischen Händlern und einem arabischen Reisebüro öffnen will, weckt in der Nachbarschaft Bedenken. Denn das Waffen-, Textil- und Schuhgeschäft, in dem derzeit gemalert wird, wirbt bereits mit einer Leuchtreklame für die umstrittene Bekleidungsmarke “Thor Steinar”, die unter Rechtsradikalen sehr beliebt ist. Darauf wird die gleiche germanische Runenschrift verwendet, der sich auch die Nazis bedienten.

“Eine Scheibe und die Leuchtreklame des Geschäftes sind vor ein paar Tagen schon eingeschlagen worden. Wir haben Angst, dass Rechte aus Rache für solche Aktionen der Linken ihre Wut an uns auslassen”, sagte der Besitzer eines benachbarten Ladens. Auch im Rathaus sei man von der Lage des Geschäfts nicht begeistert, habe aber keine Handhabe gehabt, den
Umzug des Waffen-Army-Shops von der Theaterstraße an die Straße der Nationen zu verhindern.

“Wir werden ein Auge darauf haben”, versicherte Christina Schmieder von der Pressestelle. Vermieter der Räume ist die Süweda Immobilien GmbH Mainz. “Von der Werbung mit ,Thor Steinar’ wusste ich nichts, ich würde das aber auch nicht überbewerten. Am alten Standort gegenüber vom Hotel Mercure gab es doch auch keinen Ärger”, meinte deren Geschäftsführer
Klaus Spornhauer.

Negative Schlagzeilen nach der Ansiedlung von Thor-Steinar-Läden in anderen Großstädten vor Augen befürchtet der Chef der Chemnitzer City-Management und Tourismusgesellschaft, Michael Quast, Konfliktpotenzial und einen Imageschaden für die Innenstadt. “Das zieht
eine Szene an, die wir in der Stadt nicht haben wollen”, sagte er am Dienstag. So hatten vor wenigen Monten rund 2000 Menschen in Leipzig gegen einen Laden protestiert, der die Marke Thor Steinar vertreibt.

“Natürlich provoziere ich mit der Werbung für ,Thor Steinar’ in dieser Lage”, ist sich der Inhaber des Geschäftes Tobias Schneider bewusst. Unter anderem deshalb sei diese Marke ja zurzeit bei Jugendlichen so angesagt. “Außerdem ist sie nicht in Filialen großer Handelskonzerne zu haben”, begründet er seine Wahl. Um sein Geschäft zu schützen, will
Schneider es mit acht Videokameras überwachen, hofft auch auf Unterstützung von Polizei und Stadt. Er selbst lehne jegliche Gewalt ab, “egal ob von links oder rechts”.

“So lange es nicht zu Straftaten kommt, haben wir keinen Handlungsbedarf”, erklärte Polizeisprecherin Heidi Hennig. Für die Sicherheit des Geschäftes sei der Gewerbetreibende verantwortlich. Vom sächsischen Landesamt für Verfassungsschutz hieß es, es sei für
Textilläden, die neben anderen Marken ohne extremistischen Hintergrund auch die Marke “Thor Steinar” anbieten, nicht zuständig. (mit JL)
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